Die ersten beiden Minuten entscheiden über den Rest der Zigarre. Ein zu tiefer Schnitt lässt das Deckblatt aufgehen, ein einseitig gezündeter Fuß brennt bis zum Ende schief. Beides lässt sich mit etwas Sorgfalt vermeiden — und beides ist häufiger die Ursache für eine enttäuschende Zigarre als die Zigarre selbst.
Kurz gefasst
- Schnittstelle
- 1–2 mm über dem Schulterbogen
- Geeignetes Feuer
- Zedernspan, Streichholz, Gas
- Ungeeignet
- Benzinfeuerzeug, Kerze, Papier
- Zugfrequenz
- etwa ein Zug pro Minute
Die Schnittstelle finden
Am Kopf der Zigarre läuft das Deckblatt in einer Kappe zusammen. Die Linie, an der sich das Deckblatt einrollt, ist der Schulterbogen — meist als feiner Ring sichtbar. Geschnitten wird ein bis zwei Millimeter darüber.
Wird tiefer geschnitten, fehlt dem Deckblatt der Halt und es beginnt sich beim Rauchen abzulösen. Die geöffnete Fläche sollte etwa zwei Drittel des Durchmessers betragen: genug für einen freien Zug, wenig genug, dass die Konstruktion hält.
Die drei Schnittarten
Der Guillotineschnitt mit doppelter Klinge ist der Standard. Er öffnet eine breite Fläche und funktioniert bei allen geraden Formaten. Wichtig ist eine scharfe Klinge und ein entschlossener, zügiger Schnitt — zögerliches Zudrücken quetscht das Deckblatt.
Der V-Cut schneidet eine Kerbe. Er bündelt den Rauch stärker und ist bei größeren Ringmaßen angenehm, kann bei sehr fest gerollten Zigarren aber den Zug erschweren. Der Bohrer öffnet einen runden Kanal und ist die schonendste Variante, liefert allerdings die geringste Öffnungsfläche.
Figurados werden anders behandelt: Bei einer Pirámide wird die Spitze flach gekappt, wobei die Öffnung deutlich kleiner ausfällt als bei einem parejo.
Was zum Anzünden taugt
Geeignet sind Zedernholzspäne, lange Streichhölzer und Gasfeuerzeuge mit gereinigtem Butan. Ungeeignet sind Benzinfeuerzeuge, Kerzen und Papier: Sie übertragen Fremdgerüche auf die ersten Züge, und dieser Eindruck bleibt über das gesamte erste Drittel.
- Zedernholzspan — die traditionelle Variante, ohne Eigengeruch, gibt eine weiche Flamme.
- Langes Streichholz — vor dem Ansetzen kurz abbrennen lassen, damit der Schwefel verflogen ist.
- Softflame-Gasfeuerzeug — praktisch und geruchsneutral.
- Jetflame — sehr heiß, geeignet im Wind, verlangt aber Abstand, um den Fuß nicht zu verkohlen.
In drei Schritten anzünden
Zuerst wird der Fuß angeröstet: Die Zigarre wird schräg über die Flamme gehalten, ohne sie zu berühren, und langsam gedreht, bis der Rand rundum gleichmäßig dunkel ist. Dieser Schritt dauert länger, als die meisten erwarten.
Dann wird unter leichtem Ziehen entzündet, weiterhin unter Drehen. Zum Schluss wird die Zigarre umgedreht und die Glut geprüft: Sie muss über den gesamten Querschnitt leuchten. Bleibt eine Seite dunkel, wird gezielt nachgezündet — ein schiefer Start lässt sich später kaum noch korrigieren.
Häufige Probleme
Läuft der Brand einseitig, hilft es, die glühende Seite kurz von der Flamme fernzuhalten und die kalte Seite behutsam nachzuzünden. In vielen Fällen zieht der Brand von selbst nach, wenn man einige Minuten wartet.
Ein zu fester Zug kommt meist von einer zu fest gerollten Einlage. Vorsichtiges Rollen der Zigarre zwischen den Fingern lockert sie manchmal; ein Zugbohrer schafft zuverlässiger Abhilfe. Wird die Zigarre bitter, wurde meist zu schnell gezogen — fünf Minuten Pause genügen häufig.
Erlischt sie ganz, wird die kalte Asche vorsichtig abgestreift, der Fuß kurz freigeblasen und neu angezündet. Nach mehr als ein bis zwei Stunden Pause lohnt sich das allerdings nicht mehr: Der Rauch wird dann deutlich schärfer.
Häufige Fragen
Wo schneidet man eine Zigarre an?
Ein bis zwei Millimeter oberhalb des Schulterbogens, also der Linie, an der sich das Deckblatt zum Kopf hin einrollt.
Darf man ein Benzinfeuerzeug verwenden?
Besser nicht. Benzin überträgt seinen Geruch auf die ersten Züge. Geeignet sind Zedernspan, Streichholz oder ein Gasfeuerzeug.
Was tun, wenn die Zigarre schief brennt?
Die kalte Seite behutsam nachzünden und einige Minuten warten. Häufig zieht der Brand von selbst nach.