Die meisten Zigarren werden heute im Freien geraucht. Das verändert das Rauchverhalten deutlich — und fast alle Probleme, die dabei entstehen, haben dieselben zwei Ursachen.
Kurz gefasst
- Wind
- einseitiger Sauerstoff, schiefer Abbrand
- Kälte
- Deckblatt trocknet aus, wird spröde
- Empfohlene Formate
- kurz und dick, ab Ringmaß 50
- Rauchdauer draußen
- 15–25 % kürzer
Wind ist das größere Problem
Ein Luftzug von der Seite versorgt eine Flanke des Fußes mit mehr Sauerstoff als die andere. Diese Seite brennt schneller, und daraus wird binnen weniger Minuten der schiefe Abbrand, den man sonst nur bei ungleichmäßigem Anzünden sieht.
Hinzu kommt die Temperatur: Mehr Sauerstoff heißt heißere Glut, und heißere Glut heißt schärferer Rauch. Draußen schmeckt dieselbe Zigarre deshalb häufig kräftiger als drinnen.
Was hilft
Man kann den Wind nicht abstellen, aber man kann die Zigarre so führen, dass er weniger angreift.
- Mit dem Rücken zum Wind stehen und die Glut auf der windabgewandten Seite halten.
- Kürzere, dickere Formate wählen — ein größeres Ringmaß toleriert Zugluft besser.
- Langsamer ziehen als drinnen; der Wind übernimmt einen Teil der Belüftung ohnehin.
- Häufiger auf den Fuß schauen und schief laufende Seiten früh nachzünden.
- Sturmfeuerzeug mit Jetflame statt Streichholz — draußen ist das keine Stilfrage.
Kälte und das Deckblatt
Kalte Luft ist trockene Luft. Eine Zigarre, die eine Stunde bei fünf Grad geraucht wird, verliert an der Oberfläche spürbar Feuchte, und ein sprödes Deckblatt reißt am Kopf, sobald man es zwischen den Lippen bewegt.
Praktisch heißt das: im Winter kürzere Formate, die Zigarre nicht in der kalten Manteltasche zwischenlagern, und sie nach dem Transport einige Minuten akklimatisieren lassen, bevor sie angeschnitten wird.
Transport zum Ort
Ein Etui oder ein kleiner Reisehumidor mit Zwei-Wege-Pack schützt auf dem Weg vor Kälte und Trockenheit. Lose in der Jackentasche transportierte Zigarren kommen regelmäßig mit Druckstellen und rissigem Deckblatt an, und beides zeigt sich erst beim Anzünden.
Häufige Fragen
Warum brennt eine Zigarre draußen schief?
Weil Wind einer Seite des Fußes mehr Sauerstoff zuführt als der anderen, sodass diese Seite schneller abbrennt. Wer sich mit dem Rücken zum Wind stellt und früh nachzündet, hält den Abbrand deutlich besser gerade.
Kann man im Winter Zigarren rauchen?
Ja, aber das Deckblatt trocknet in kalter Luft schneller aus und wird spröde. Kürzere Formate, ein Etui für den Transport und ein paar Minuten Akklimatisierung vor dem Anschneiden lösen das Problem weitgehend.
Welches Format eignet sich für draußen?
Kurze, dicke Formate wie Robusto oder Petit Robusto sind draußen die verlässlichere Wahl, weil ein größeres Ringmaß Zugluft besser verträgt und die kürzere Rauchdauer zur Witterung passt.