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Connecticut Shade und Broadleaf: ein Name, zwei gegensätzliche Deckblätter

Beide stammen aus dem Connecticut River Valley und sind doch Gegensätze. Shade wird unter Gaze gezogen, ist hellbraun, dünn und mild; Broadleaf wächst in voller Sonne, ist dunkel, dick und süßlich-kräftig. Wer „Connecticut" auf einer Bauchbinde liest, weiß daher noch nicht, ob eine milde oder eine kräftige Zigarre vor ihm liegt.

Kaum eine Herkunftsangabe wird so häufig missverstanden: Derselbe Landstrich liefert die beiden Deckblätter, die im Charakter am weitesten auseinanderliegen.

Kurz gefasst

Shade
unter Gaze, hellbraun, dünn, mild
Broadleaf
volle Sonne, dunkel, dick, süßlich-kräftig
Ernte Shade
blattweise, von unten nach oben
Ernte Broadleaf
ganze Pflanze am Stamm
Ecuador Shade
günstigere Alternative, natürliche Bewölkung

Connecticut Shade

Über die Felder werden Gazetücher gespannt, die das direkte Sonnenlicht streuen. Das Blatt wächst dadurch dünner, feiner in der Nervatur und heller — genau die Eigenschaften, die ein Deckblatt braucht.

Geschmacklich ist Shade zurückhaltend: helles Holz, Nuss, Sahne, wenig Würze. Es prägt vor allem das erste Drittel und überlässt der Einlage danach die Führung — die typische Konstruktion milder dominikanischer Zigarren.

Connecticut Broadleaf

Broadleaf wächst ohne Beschattung in voller Sonne. Das Blatt wird dick, dunkel und ölig, mit kräftiger Nervatur, und wird nach der Fermentation nahezu schwarz — das klassische Maduro-Deckblatt Nordamerikas.

Es bringt eigene Süße mit: Kakao, dunkler Zucker, Espresso. Anders als Shade prägt Broadleaf den Geschmack über die volle Rauchdauer deutlich mit.

Zwei Erntemethoden

Der Unterschied setzt sich bei der Ernte fort, und das ist ungewöhnlich genug, um es zu erwähnen.

  • Shade wird blattweise geerntet, von unten nach oben über mehrere Wochen.
  • Broadleaf wird als ganze Pflanze am Stamm geschnitten und komplett zum Trocknen gehängt.
  • Broadleaf durchläuft eine längere, wärmere Fermentation.
  • Der Ertrag an brauchbaren Deckblättern ist bei Shade deutlich geringer.

Warum Ecuador so oft genannt wird

Ecuadorianischer Shade-Tabak nutzt die natürliche Bewölkung des Hochlands statt aufgespannter Tücher. Das Ergebnis ähnelt Connecticut Shade, ist aber günstiger in der Herstellung — weshalb ein hell-mildes Deckblatt heute häufiger aus Ecuador als aus Connecticut stammt.

Häufige Fragen

Ist ein Connecticut-Deckblatt immer mild?

Nein, das gilt nur für Connecticut Shade. Connecticut Broadleaf ist dunkel, kräftig und süßlich und wird für Maduro-Zigarren verwendet, obwohl beide aus derselben Region stammen.

Was ist der Unterschied zwischen Shade und Broadleaf?

Shade wächst unter Gazetüchern und wird dünn, hell und mild, während Broadleaf in voller Sonne dick, dunkel und aromatisch kräftig wird. Auch Ernte und Fermentation unterscheiden sich grundlegend.

Warum kommt Shade-Tabak häufig aus Ecuador?

Weil die natürliche Bewölkung im ecuadorianischen Hochland denselben Streulichteffekt erzeugt wie aufgespannte Tücher. Das senkt den Aufwand erheblich und liefert ein Blatt mit sehr ähnlichen Eigenschaften.

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