Der häufigste Grund für ausgetrocknete Zigarren in einem neuen Humidor ist nicht ein defekter Befeuchter, sondern ein nicht eingefahrenes Gehäuse. Trockenes Zedernholz ist ein starker Feuchtigkeitspuffer — und solange es ungesättigt ist, zieht es Wasser aus allem, was in der Kiste liegt.
Kurz gefasst
- Dauer Schwammmethode
- 3–7 Tage
- Dauer Zwei-Wege-Packs
- 7–14 Tage
- Zielwert
- 70 % über 48 h stabil
- Nie verwenden
- Leitungswasser, Abwischen mit nassem Tuch
Die schonende Methode: Zwei-Wege-Packs
Zwei bis drei Beutel der 84-Prozent-Variante werden in den leeren Humidor gelegt, der Deckel geschlossen und der Humidor eine Woche bis vierzehn Tage in Ruhe gelassen. Die Packs geben kontrolliert Feuchtigkeit ab, bis das Holz gesättigt ist.
Diese Methode dauert am längsten und ist die einzige, bei der sich nichts falsch machen lässt. Es kann kein Wasser überlaufen, kein Holz quellen und kein Furnier sich lösen.
Die schnellere Methode: Schale mit destilliertem Wasser
Eine flache Schale mit destilliertem Wasser wird in den Humidor gestellt, der Befeuchter separat befüllt danebengelegt und der Deckel geschlossen. Nach zwei bis drei Tagen wird die Schale entfernt und die Feuchte kontrolliert; liegt sie unter 70 Prozent, wiederholt man den Vorgang.
Wichtig ist, dass die Schale sicher steht und nichts überschwappen kann. Freies Wasser auf dem Holz erzeugt Flecken und kann bei furnierten Humidoren die Verleimung lösen.
Was nicht zu tun ist
Das Innere mit einem nassen Schwamm oder Tuch abzuwischen ist eine weit verbreitete Empfehlung und eine schlechte. Direkt aufgetragenes Wasser lässt die oberste Holzschicht schnell quellen, während der Kern trocken bleibt — die Fuge verzieht sich, und der Deckel schließt danach schlechter als vorher.
Ebenso wenig gehört ein Humidor zum Einfahren in einen feuchten Keller. Was er dort aufnimmt, ist nicht kontrollierbar, und Kellerluft bringt Sporen mit.
Wann er fertig ist
Der Humidor ist eingefahren, wenn die Luftfeuchte über 48 Stunden ohne Nachfüllen stabil zwischen 68 und 72 Prozent bleibt. Ein Wert, der nach dem Schließen schnell abfällt, zeigt entweder ungesättigtes Holz oder eine undichte Dichtung.
Der Dichtungstest ist einfach: ein Blatt Papier halb in den geschlossenen Deckel klemmen und herausziehen. Es muss spürbar Widerstand geben — rundum, nicht nur an einer Seite.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, einen Humidor einzufahren?
Mit Zwei-Wege-Packs sieben bis vierzehn Tage, mit einer Schale destillierten Wassers drei bis sieben Tage. Abgeschlossen ist der Vorgang, wenn die Luftfeuchte 48 Stunden lang ohne Nachfüllen stabil zwischen 68 und 72 Prozent bleibt.
Muss ein Humidor vor der ersten Nutzung eingefahren werden?
Ja. Trockenes Zedernholz ist ein starker Feuchtigkeitspuffer und entzieht eingelegten Zigarren so lange Wasser, bis es selbst gesättigt ist. Zigarren in einem nicht eingefahrenen Humidor trocknen schneller aus als im Wohnzimmerschrank.
Kann man das Innere eines Humidors mit einem nassen Tuch auswischen?
Davon ist abzuraten. Direkt aufgetragenes Wasser lässt die oberste Holzschicht quellen, während der Kern trocken bleibt; die Fuge verzieht sich und der Deckel schließt danach schlechter. Feuchtigkeit sollte immer über die Luft eingebracht werden.