Das Anzünden dauert bei einer Zigarre bewusst länger als bei allem anderen, was man anzündet — 30 bis 60 Sekunden sind normal. Der Grund ist, dass ein ungleichmäßig gezündeter Fuß sich über die gesamte Rauchdauer nicht mehr vollständig korrigiert.
Kurz gefasst
- Abstand zur Flamme
- 1–2 cm
- Dauer
- 30–60 Sekunden
- Butan-Flammentemperatur
- ca. 1.300 °C
- Ungeeignet
- Benzinfeuerzeug, Wachszündholz
Rösten statt entzünden
Die Zigarre wird schräg über die Flamme gehalten, sodass die Flammenspitze den Fuß nicht berührt, und langsam um die eigene Achse gedreht. Der Tabak beginnt zu glimmen, ohne zu verkohlen. Ziel ist ein Fuß, der rundum gleichmäßig glüht, bevor der erste Zug erfolgt.
Wer sofort zieht, saugt die Flamme an den Tabak und erzeugt genau die verkohlten Stellen, die vermieden werden sollen. Die ersten Züge kommen, wenn der Rand von selbst rundum glimmt.
Womit
Geeignet ist alles, was geruchsneutral brennt: Butanfeuerzeuge, lange Streichhölzer aus unbehandeltem Holz und Zedernholzspäne. Der Zedernspan ist die traditionelle Variante — er wird an einer anderen Flamme entzündet und überträgt seinen eigenen Geruch, der zum Tabak passt.
Ungeeignet sind Benzinfeuerzeuge, deren Dämpfe der Tabak aufnimmt, sowie paraffinierte oder wachsbeschichtete Streichhölzer. Bei gewöhnlichen Streichhölzern lässt man den Schwefelkopf ausbrennen, bevor man die Zigarre in die Nähe bringt.
- Butan-Jetflame — schnell, windfest, geruchsneutral; nicht zu nah halten.
- Butan-Weichflamme — sanfter, verlangt etwas mehr Geduld.
- Zedernholzspan — traditionell, geruchlich passend, braucht eine zweite Flamme.
- Langes Holzstreichholz — funktioniert, Schwefelkopf vorher ausbrennen lassen.
Der Kontrollblick
Nach dem Anzünden hält man die Zigarre waagerecht und sieht sich den Fuß an. Ein gleichmäßig glühender Ring bedeutet, dass alle Schichten Feuer gefangen haben. Bleibt ein Segment dunkel, wird dort nachgezündet, bevor der erste richtige Zug erfolgt.
Diese zehn Sekunden ersparen später das Nachkorrigieren eines schiefen Abbrands — und der korrigiert sich bei großen Ringmaßen kaum noch von selbst.
Wieder anzünden
Eine ausgegangene Zigarre kann wieder angezündet werden. Zuvor wird die kalte Asche vollständig abgestreift und der Fuß kurz freigeblasen, um den abgestandenen Rauch aus dem Inneren zu entfernen. Danach wird wie beim ersten Mal geröstet.
Innerhalb weniger Stunden ist das unproblematisch. Eine über Nacht liegen gebliebene Zigarre schmeckt beim Wiederanzünden deutlich anders — die Rückstände im Rauchkanal sind dann kalt und feucht geworden.
Häufige Fragen
Wie zündet man eine Zigarre richtig an?
Den Fuß mit ein bis zwei Zentimetern Abstand über die Flamme halten und die Zigarre langsam drehen, bis der Rand rundum glimmt — das dauert 30 bis 60 Sekunden. Erst danach ziehen. Die Flamme soll den Tabak nicht berühren.
Welches Feuerzeug eignet sich für Zigarren?
Ein Butanfeuerzeug, weich- oder jetflammig. Butan verbrennt geruchsneutral. Benzinfeuerzeuge sind ungeeignet, weil der Tabak die Dämpfe aufnimmt und sie über mehrere Züge schmeckbar bleiben.
Kann man eine ausgegangene Zigarre wieder anzünden?
Ja. Zuerst die kalte Asche vollständig abstreifen und den Fuß kurz freiblasen, um abgestandenen Rauch zu entfernen, dann wie beim ersten Mal rösten. Innerhalb weniger Stunden ist das unproblematisch; nach einer Nacht verändert sich der Charakter deutlich.
Warum soll man beim Anzünden nicht sofort ziehen?
Ziehen saugt die Flamme an den Tabak und verkohlt die äußeren Blätter, bevor die inneren Feuer gefangen haben. Das erzeugt einen bitteren Beigeschmack und einen ungleichmäßigen Abbrand, der sich über die gesamte Rauchdauer nicht mehr vollständig korrigiert.