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Zigarre anschneiden: wo genau der Schnitt sitzt

Der Schnitt sitzt 1 bis 2 mm oberhalb der Schulter — der Stelle, an der die Rundung des Kopfes in den geraden Schaft übergeht. Wird tiefer geschnitten, löst sich das Deckblatt und die Einlage franst aus. Ein Guillotineschnitt nimmt etwa 2 bis 3 mm ab; nachschneiden ist möglich, rückgängig machen nicht.

Zigarrenschneider aus Edelstahl auf einer Tischplatte

Fast jeder Fehler beim Anschneiden ist derselbe Fehler: zu tief. Der Kopf einer Zigarre ist mit einer Kappe aus Deckblattmaterial verschlossen, und diese Kappe hält die Deckblattwicklung am oberen Ende zusammen. Wer sie vollständig entfernt, nimmt der Konstruktion ihren Abschluss.

Kurz gefasst

Schnittposition
1–2 mm über der Schulter
Abnahme Guillotine
ca. 2–3 mm
Bohrer-Durchmesser
ca. 7–9 mm
V-Cut Tiefe
ca. 4–5 mm Keil

Die Schulter finden

Man rollt die Zigarre langsam zwischen den Fingern und sucht die Linie, an der die Wölbung des Kopfes endet und der Schaft gerade wird. Diese Linie ist die Schulter. Sie ist bei den meisten Zigarren als feine Kante tastbar, auch wenn sie nicht immer deutlich sichtbar ist.

Der Schnitt gehört ein bis zwei Millimeter darüber. Damit wird genug geöffnet, um einen freien Zug zu bekommen, und genug Kappe bleibt stehen, um das Deckblatt zu halten.

Der Schnitt selbst

Entscheidend ist die Geschwindigkeit: eine einzige, zügige Bewegung. Langsames Zudrücken quetscht das Deckblatt, bevor die Klinge schneidet, und erzeugt genau die ausgefransten Ränder, die man vermeiden will.

Bei einer doppelklingigen Guillotine wird die Zigarre senkrecht in die Öffnung gehalten, die Position kontrolliert und dann in einem Zug geschlossen. Bei einer einklingigen Schere schneidet man von einer Seite durch, was mehr Übung verlangt.

Figurados sind anders

Bei Belicoso, Torpedo und Pirámide läuft der Kopf spitz zu; es gibt keine ausgeprägte Schulter, an der man sich orientieren kann. Hier gilt eine andere Regel: zunächst wenig abnehmen, drei bis vier Millimeter von der Spitze, und probeziehen.

Ist der Zug zu fest, wird nachgeschnitten. Diese Reihenfolge lässt sich nicht umkehren — ein zu weit geöffneter Figurado verliert genau die Bündelung, für die die Form gebaut wurde.

Wenn das Deckblatt aufreißt

Reißt das Deckblatt beim Schnitt ein, ist die Zigarre nicht verloren, solange der Riss nicht weiterläuft. Ein Riss am Kopf lässt sich mit etwas Zigarrenkleber oder notfalls einem winzigen Tropfen Speichel und leichtem Andrücken stabilisieren.

Häufigste Ursachen sind eine stumpfe Klinge, ein zu tiefer Schnitt oder eine ausgetrocknete Zigarre. Bei der dritten hilft kein Werkzeug — ein Deckblatt unter etwa 62 Prozent Lagerfeuchte ist spröde und reißt praktisch immer.

Häufige Fragen

Wo schneidet man eine Zigarre an?

Ein bis zwei Millimeter oberhalb der Schulter — der Stelle, an der die Rundung des Kopfes in den geraden Schaft übergeht. Dort bleibt genug von der Deckblattkappe stehen, um die Wicklung zusammenzuhalten, und der Zug ist trotzdem frei.

Was passiert, wenn man eine Zigarre zu tief anschneidet?

Die Kappe, die das Deckblatt am Kopf zusammenhält, wird vollständig entfernt. Das Deckblatt beginnt sich abzuwickeln, und die Einlage franst aus, sodass lose Tabakstücke in den Mund gelangen. Rückgängig machen lässt sich das nicht.

Wie schneidet man einen Torpedo oder Belicoso an?

Bei spitz zulaufenden Formaten nimmt man zunächst nur drei bis vier Millimeter von der Spitze ab und zieht probeweise. Ist der Zug zu fest, wird nachgeschnitten. Zu viel auf einmal abzunehmen hebt die Bündelung auf, für die die Form konstruiert ist.

Kann man eine Zigarre ohne Cutter anschneiden?

Notfalls lässt sich mit einem sehr scharfen Messer entlang der Schulter geschnitten oder mit einem sauberen spitzen Gegenstand ein Loch gestochen werden. Beides funktioniert schlechter als ein Cutter, weil weder der saubere Schnitt noch die kontrollierte Tiefe gegeben ist.

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