Magazin Lagerung & Humidor

Humidor kaufen und einfahren

Ein Humidor sollte etwa doppelt so groß sein wie der geplante Bestand, innen mit spanischem Zedernholz ausgekleidet sein und dicht schließen. Vor der ersten Nutzung wird er zwei bis vier Wochen eingefahren, bis er stabil 70 Prozent relative Luftfeuchte hält.

Humidor-Einlage mit sortierten Zigarren und eingebautem Hygrometer

Beim Humidor entscheidet nicht der Preis über die Eignung, sondern drei nüchterne Eigenschaften: Dichtigkeit, Innenauskleidung und Größe im Verhältnis zum tatsächlichen Bestand. Ein teurer Humidor mit undichtem Deckel hält das Klima schlechter als eine einfache Kiste mit sauber gearbeitetem Falz.

Kurz gefasst

Faustregel Größe
doppelte Kapazität des Bestands
Innenauskleidung
spanisches Zedernholz
Einfahrzeit
2–4 Wochen
Zielwert
70 % rF bei 18 °C

Die richtige Größe

Herstellerangaben zur Kapazität beziehen sich auf dicht gepackte Coronas ohne Befeuchter, Trennwände und Luftraum. In der Praxis fasst ein als „50er“ ausgewiesener Humidor etwa 25 bis 30 Zigarren gemischter Formate.

Sinnvoll ist etwa die doppelte Kapazität des geplanten Bestands. Das hat einen physikalischen Grund: Ein zu großer, halbleerer Humidor hat viel Luftvolumen und wenig puffernden Tabak, sodass jedes Öffnen den Wert stärker einbrechen lässt. Ein randvoller Humidor lässt die Luft dagegen nicht mehr zirkulieren.

Worauf es beim Material ankommt

Die Innenauskleidung sollte aus spanischem Zedernholz (Cedrela odorata) bestehen — trotz des Namens ein mittelamerikanisches Mahagonigewächs. Es puffert Feuchtigkeit, gibt ein charakteristisches Aroma ab und hält Tabakkäfer fern. Amerikanische Rotzeder ist kein Ersatz: Sie enthält deutlich mehr ätherische Öle und überträgt einen harzigen Ton auf den Tabak.

Der Deckel muss plan aufliegen. Ein einfacher Test beim Kauf: Deckel anheben und langsam loslassen. Er sollte auf dem letzten Zentimeter durch das Luftpolster spürbar abgebremst werden und mit einem satten, dumpfen Geräusch schließen. Fällt er hart durch, ist der Humidor undicht.

  • Falz umlaufend und ohne Spalt
  • Innenholz unbehandelt, nicht lackiert oder gewachst
  • Scharniere fest verschraubt, nicht nur eingeleimt
  • Trennwände und Ablageschale beweglich, damit der Luftraum anpassbar bleibt

Bauarten im Vergleich

Der Tischhumidor ist die verbreitetste Bauart und für Bestände bis etwa 100 Zigarren die naheliegende Wahl. Schrankhumidore mit aktiver Befeuchtung lohnen sich ab mehreren hundert Zigarren; sie regeln elektronisch und benötigen dafür einen Stromanschluss.

Der Reisehumidor ist ein stoßfestes Etui mit Dichtung und kleinem Befeuchter — gedacht für Tage, nicht für Monate. Für den Schreibtisch oder ein Regalfach genügt oft ein Behälter mit Zwei-Wege-Befeuchter, der ohne Kalibrierung auskommt.

Schritt für Schritt einfahren

Ein neuer Humidor ist innen staubtrocken und würde eingelegten Zigarren zunächst Feuchtigkeit entziehen. Das Einfahren sättigt das Holz, bevor Ware hineinkommt.

  • Innenholz mit einem sauberen, mit destilliertem Wasser leicht angefeuchteten Tuch abwischen. Nicht nass machen — Zedernholz quillt und kann sich verziehen.
  • Eine offene Schale mit destilliertem Wasser hineinstellen, den gefüllten Befeuchter einsetzen und den Humidor schließen.
  • Nach 24 Stunden die Schale entfernen, Hygrometer beobachten und den Vorgang wiederholen, solange der Wert nach dem Schließen absackt.
  • Fertig ist der Humidor, wenn er über mehrere Tage stabil zwischen 68 und 72 Prozent bleibt. Je nach Holz und Raumklima dauert das zwei bis vier Wochen.

Der laufende Betrieb

Im Alltag genügt eine Sichtkontrolle des Hygrometers etwa wöchentlich und ein Nachfüllen des Befeuchters, sobald er sichtbar leichter wird. Zwei-Wege-Packs werden getauscht, wenn sie hart werden.

Zigarren nach Stärke und Deckblatt getrennt zu lagern ist sinnvoll: Kräftige Maduros geben Aromen an mildere Nachbarn ab. Wer beides hat, nutzt die Trennwände oder legt die kräftigen Formate nach unten.

Häufige Fragen

Wie groß sollte ein Humidor sein?

Etwa doppelt so groß wie der geplante Bestand. Herstellerangaben zur Kapazität sind für dicht gepackte Coronas ohne Befeuchter berechnet.

Woran erkenne ich, dass ein Humidor dicht ist?

Der angehobene Deckel wird auf dem letzten Zentimeter durch das Luftpolster abgebremst und schließt mit einem dumpfen Geräusch.

Muss es spanisches Zedernholz sein?

Ja. Amerikanische Rotzeder enthält deutlich mehr ätherische Öle und überträgt einen harzigen Ton auf den Tabak.

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