Der Tabakkäfer ist der Grund, warum die Temperaturempfehlung für Humidore bei 16 bis 18 °C liegt und nicht bei Raumtemperatur. Seine Eier können in nahezu jedem Naturtabak vorkommen und überstehen die Fermentation; was sie aktiviert, ist Wärme.
Kurz gefasst
- Art
- Lasioderma serricorne
- Aktiv ab
- ca. 22–24 °C
- Inaktiv unter
- ca. 20 °C
- Bohrloch
- ca. 1–2 mm, kreisrund
- Gefrierbehandlung
- 72 h bei −20 °C
Woran man einen Befall erkennt
Das erste Anzeichen ist fast immer ein kreisrundes Loch im Deckblatt von etwa einem bis zwei Millimetern Durchmesser — zu rund und zu sauber, um mechanischer Schaden zu sein. Daneben findet sich feines, hellbraunes Tabakmehl auf dem Boden des Humidors oder in der Kiste.
Der Käfer selbst ist rotbraun, zwei bis drei Millimeter lang und wird selten gesehen, weil er sich im Dunkeln aufhält. Gefunden wird in der Regel der Schaden, nicht das Tier.
Sofortmaßnahmen
Bei einem Fund gilt dieselbe Logik wie bei Schimmel: Der Befall bleibt nicht bei einer Zigarre.
- Betroffene Zigarren sofort entfernen und entsorgen.
- Den übrigen Inhalt in einem verschließbaren Beutel für 72 Stunden bei −20 °C einfrieren — das tötet Eier und Larven zuverlässig.
- Zuvor 24 Stunden bei etwa 5 °C zwischenlagern und nach dem Einfrieren ebenso langsam auftauen. Ein Temperatursprung sprengt das Deckblatt.
- Humidor vollständig ausräumen, aussaugen und auswischen; Ritzen und Fugen besonders sorgfältig.
- Danach neu einfahren und die Temperatur dauerhaft unter 20 °C halten.
Warum Temperatur wichtiger ist als Feuchte
Anders als bei Schimmel ist nicht die Luftfeuchte der auslösende Faktor, sondern die Wärme. Unterhalb von etwa 20 °C bleiben die Larven inaktiv, auch wenn Eier vorhanden sind. Oberhalb von 24 °C beginnt der Entwicklungszyklus, und er läuft dann schnell.
Das ist der praktische Grund gegen den beliebten Aufstellort auf dem Wohnzimmerschrank über der Heizung — und gegen jeden Platz mit direkter Sonneneinstrahlung, wo die Innentemperatur eines geschlossenen Kastens weit über die Raumtemperatur steigt.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich einen Tabakkäfer-Befall?
An kreisrunden Bohrlöchern von ein bis zwei Millimetern im Deckblatt und an feinem, hellbraunem Tabakmehl im Humidor oder in der Kiste. Die Löcher sind zu regelmäßig, um mechanische Beschädigung zu sein.
Kann man Zigarren gegen Tabakkäfer einfrieren?
Ja. 72 Stunden bei −20 °C töten Eier und Larven zuverlässig. Wichtig ist der langsame Übergang: 24 Stunden bei etwa 5 °C vorkühlen und nach dem Einfrieren ebenso langsam auftauen, sonst sprengt der Temperatursprung das Deckblatt.
Bei welcher Temperatur werden Tabakkäfer aktiv?
Ab etwa 22 bis 24 °C beginnt der Entwicklungszyklus. Unterhalb von rund 20 °C bleiben die Larven inaktiv. Das ist der Grund, warum für Humidore 16 bis 18 °C empfohlen werden und nicht Raumtemperatur.