Sortennamen auf einer Bauchbinde wirken präzise und sind es selten: Die meisten bezeichnen heute Züchtungslinien, deren Stammform seit Jahrzehnten nicht mehr im Anbau steht.
Kurz gefasst
- Criollo
- historisch Einlagesorte
- Corojo
- historisch Deckblattsorte
- Ablösung
- ab den 1990er-Jahren
- Heutige Linien
- Habano 2000, Criollo 98, Corojo 99
Die zwei Ausgangssorten
Criollo — spanisch für „einheimisch" — bezeichnet die alte kubanische Sorte, die vor allem für die Einlage verwendet wurde. Corojo wurde auf der gleichnamigen Vega gezüchtet und war die klassische Deckblattsorte, angebaut unter Schattentüchern für ein feineres, elastischeres Blatt.
Beide waren jahrzehntelang der Standard und beide waren anfällig gegenüber Blauschimmel und Schwarzfäule. Nach schweren Ausfällen in den 1980er- und 1990er-Jahren wurden sie im großflächigen Anbau durch resistente Züchtungen ersetzt.
Was heute angebaut wird
Die Nachfolgelinien tragen Namen, die an die Stammform erinnern, und sie unterscheiden sich in Ertrag, Widerstandsfähigkeit und Blatteigenschaften.
- Habano 2000: resistente Deckblattlinie, weit verbreitet.
- Criollo 98: Nachfolger der Einlagesorte, ebenfalls auf Resistenz gezüchtet.
- Corojo 99: Deckblattlinie mit besserer Widerstandsfähigkeit.
- Außerhalb Kubas: eigenständige Weiterentwicklungen, etwa Corojo-Selektionen in Honduras.
Warum „Corojo" auf einer Binde wenig sagt
Der Begriff ist nicht geschützt und wird sowohl für kubanische Nachfolgelinien als auch für außerhalb Kubas weiterentwickelte Selektionen verwendet. Zwei Zigarren mit derselben Sortenangabe können daher aus deutlich verschiedenen Pflanzen stammen.
Aussagekräftiger sind Angaben zum Anbauland und zur Blattlage. Ob ein Deckblatt aus Ecuador oder aus Connecticut kommt, verändert den Eindruck verlässlicher als der Sortenname.
Was die Sorte tatsächlich beeinflusst
Sie legt Rahmenbedingungen fest — Blattgröße, Elastizität, Nervatur, Zuckergehalt — und damit auch, wofür ein Blatt überhaupt taugt. Wie stark die Zigarre am Ende wirkt, hängt jedoch stärker von der Blattlage und der Fermentation ab als von der Sorte.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Criollo und Corojo?
Criollo war traditionell die Sorte für die Einlage, Corojo die für das Deckblatt und wurde unter Schattentüchern angebaut. Beide Originalsorten sind heute im großflächigen Anbau durch resistente Nachfolgelinien ersetzt.
Warum wurden die alten Sorten ersetzt?
Sie waren gegenüber Blauschimmel und Schwarzfäule sehr anfällig, was in den 1980er- und 1990er-Jahren zu erheblichen Ernteausfällen führte. Die Nachfolgelinien wurden gezielt auf Widerstandsfähigkeit gezüchtet.
Sagt die Sortenangabe etwas über den Geschmack?
Nur begrenzt, weil der Begriff nicht geschützt ist und für verschiedene Züchtungen verwendet wird. Anbauland, Blattlage und Fermentationsdauer beschreiben den zu erwartenden Charakter deutlich verlässlicher.