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Zigarre oder Zigarillo: der Unterschied in der Praxis

Zigarillos sind kürzer und dünner als Zigarren, brennen zehn bis zwanzig Minuten und enthalten häufig Shortfiller statt Longfiller. Sie brauchen deshalb weniger Zeit, verzeihen ein schnelleres Zugtempo und zeigen kaum einen Verlauf über die Rauchdauer. Für kurze Gelegenheiten sind sie die passendere Form, nicht die kleinere Zigarre.

Ein Zigarillo ist keine Zigarre im Kleinformat. Der Unterschied liegt nicht nur in den Maßen, sondern meistens auch im Aufbau der Einlage — und der bestimmt, wie sich das Rauchen anfühlt.

Kurz gefasst

Rauchdauer Zigarillo
10–20 Minuten
Ringmaß
meist unter 30
Einlage
häufig Shortfiller
Zigarre
ab ca. 20 Minuten, meist Longfiller

Was ein Zigarillo ausmacht

Zigarillos sind kurz und dünn, üblicherweise unter einem Ringmaß von dreißig. Viele sind mit Shortfiller gefüllt, also mit geschnittenen Tabakstücken statt ganzer Blätter, und einige haben ein homogenisiertes Deckblatt statt eines Naturdeckblatts.

Das ist keine Abwertung, sondern eine andere Bauweise für einen anderen Zweck: Ein Shortfiller zieht leichter, zündet schneller und ist nach einer Viertelstunde fertig.

Was sich beim Rauchen unterscheidet

Der wichtigste praktische Unterschied ist der fehlende Verlauf: Bei zehn bis zwanzig Minuten Rauchdauer und wenig Tabakmasse gibt es kein erstes, zweites und drittes Drittel im eigentlichen Sinn.

  • Zeit: zehn bis zwanzig Minuten statt fünfundvierzig bis neunzig.
  • Zugtempo: verzeiht mehr, weil weniger Masse überhitzen kann.
  • Verlauf: kaum ausgeprägt, der Eindruck bleibt über die Dauer ähnlich.
  • Anschneiden: viele Zigarillos sind vorgeschnitten und brauchen keinen Cutter.
  • Lagerung: dieselben Anforderungen wie bei Zigarren — Zigarillos trocknen sogar schneller aus.

Wann welches sinnvoll ist

Ein Zigarillo passt in eine Viertelstunde, eine Zigarre nicht. Umgekehrt zeigt eine Zigarre über eine Stunde eine Entwicklung, die ein Zigarillo bauartbedingt nicht bieten kann.

Wer beides kennt, greift nach Anlass: Zigarillo im Alltag und unterwegs, Zigarre, wenn Zeit da ist. Die Frage „was ist besser" hat deshalb keine Antwort — es sind zwei verschiedene Formate für zwei verschiedene Gelegenheiten.

Lagerung nicht unterschätzen

Weil Zigarillos dünn sind, verlieren sie Feuchte schneller als eine Robusto und werden entsprechend rascher spröde. Sie gehören genauso in einen Humidor oder einen Behälter mit Zwei-Wege-Pack — auch wenn sie oft in Verpackungen verkauft werden, die das nicht nahelegen.

Häufige Fragen

Ist ein Zigarillo einfach eine kleine Zigarre?

Nicht ganz: Neben den kleineren Maßen enthalten viele Zigarillos Shortfiller statt ganzer Blätter und teilweise ein homogenisiertes Deckblatt. Das verändert Zug, Brennverhalten und Rauchdauer deutlich.

Müssen Zigarillos in den Humidor?

Ja, und sie reagieren sogar empfindlicher als dicke Formate, weil sie bei geringem Durchmesser schneller austrocknen. Ein Behälter mit Zwei-Wege-Pack genügt, wenn kein Humidor vorhanden ist.

Muss man Zigarillos anschneiden?

Viele sind bereits offen und brauchen keinen Schnitt. Wo ein geschlossener Kopf vorhanden ist, wird wie bei einer Zigarre knapp oberhalb der Schulter geschnitten.

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