Eine Zigarre unterscheidet sich in der Handhabung grundlegend von einer Zigarette, und fast alle unangenehmen ersten Erfahrungen gehen auf denselben Übertragungsfehler zurück: zu schnell ziehen und inhalieren.
Kurz gefasst
- Zugtempo
- ca. 1 Zug pro Minute
- Inhalieren
- nein — Rauch bleibt im Mund
- Asche stehen lassen
- 2–3 cm
- Rauchende
- letztes Drittel, wenn es heiß wird
Nicht auf Lunge
Zigarrenrauch ist alkalisch, Zigarettenrauch sauer. Alkalischer Rauch gibt Nikotin bereits über die Mundschleimhaut ab, weshalb Inhalieren funktional nicht nötig ist — und er reizt die Atemwege erheblich stärker, weshalb es zugleich unangenehm ist.
Der Rauch wird in den Mund gezogen, dort einen Moment gehalten und wieder ausgeblasen. Wer den Geruchssinn einbeziehen will, lässt einen kleinen Teil beim Ausatmen durch die Nase entweichen — Retrohale genannt. Das ist gewöhnungsbedürftig und sollte mit sehr wenig Rauch begonnen werden.
Das Tempo
Etwa ein Zug pro Minute ist der Richtwert. Er ergibt sich nicht aus Konvention, sondern aus der Physik: Jeder Zug führt Sauerstoff zu und erhöht die Verbrennungstemperatur. Zieht man zu häufig, überhitzt der Kegel, die Verbrennung wird unvollständig, und der Rauch wird scharf und bitter.
Bleibt die Zigarre länger als etwa fünf Minuten unberührt liegen, geht sie in der Regel aus. Das ist kein Fehler, sondern nur ein Anlass, die Asche abzustreifen und neu anzuzünden.
Die Asche
Anders als bei einer Zigarette wird die Asche nicht sofort abgeklopft. Ein zwei bis drei Zentimeter langer Aschekegel isoliert den Brand, verlangsamt die Luftzufuhr und hält die Temperatur niedriger — die Zigarre raucht sich damit kühler.
Abgestreift wird, wenn die Asche zu kippen droht oder der Abbrand ungleichmäßig wird. Dabei wird sie am Rand des Aschenbechers sanft abgerollt, nicht abgeschlagen: Ein Schlag kann den Brandkegel lockern und den Zug verändern.
Die drei Drittel
Eine Zigarre verändert sich über ihre Länge, und das ist keine Einbildung, sondern eine Folge der Konstruktion: Der Rauch des bereits verbrannten Teils zieht durch den noch unverbrannten und lagert dort Kondensate ab.
Das erste Drittel zeigt meist am deutlichsten das Deckblatt, das mittlere den ausgewogensten Zustand, das letzte den konzentriertesten. Wann Schluss ist, entscheidet die Temperatur: Wird die Zigarre am Ende heiß und scharf, ist der Punkt erreicht — üblicherweise, wenn noch zwei bis drei Zentimeter übrig sind.
Ausdrücken gehört sich nicht
Eine Zigarre wird nicht ausgedrückt. Sie wird in den Aschenbecher gelegt und geht innerhalb von ein bis zwei Minuten von selbst aus. Ausdrücken presst den Brandkegel zusammen und erzeugt einen intensiven kalten Rauchgeruch, der im Raum bleibt.
Häufige Fragen
Raucht man eine Zigarre auf Lunge?
Nein. Zigarrenrauch ist alkalisch und gibt Nikotin bereits über die Mundschleimhaut ab; Inhalieren ist funktional nicht nötig und reizt die Atemwege erheblich. Der Rauch wird im Mund gehalten und wieder ausgeblasen.
Wie oft zieht man an einer Zigarre?
Etwa einmal pro Minute. Jeder Zug führt Sauerstoff zu und erhöht die Verbrennungstemperatur; häufigeres Ziehen überhitzt den Brandkegel und macht den Rauch scharf und bitter. Bei längeren Pausen als fünf Minuten geht die Zigarre meist aus.
Wann streift man die Asche ab?
Wenn der Aschekegel zwei bis drei Zentimeter erreicht hat oder zu kippen droht. Bis dahin isoliert die Asche den Brand und hält die Zigarre kühler. Abgestreift wird durch sanftes Abrollen am Aschenbecherrand, nicht durch Abklopfen.
Wie viel Nikotin hat eine Zigarre?
Der Nikotingehalt einer Zigarre liegt je nach Größe und Tabakmischung deutlich über dem einer Zigarette. Weil nicht inhaliert wird, gelangt jedoch nur ein Teil davon über die Mundschleimhaut in den Körper. Tabakerzeugnisse sind gesundheitsschädlich; die Abgabe erfolgt ausschließlich an Personen ab 18 Jahren.