Die Auswahl einer ersten Zigarre scheitert selten an der Marke und fast immer an der Größe. Wer mit einem Format beginnt, das neunzig Minuten verlangt, bricht ab — und die Erfahrung sagt dann mehr über die Länge aus als über die Zigarre.
Kurz gefasst
- Empfohlene Dauer
- unter 45 Minuten
- Ringmaß
- 42–50
- Stärke
- mild bis medium
- Typische Formate
- Petit Corona, Robusto, Half Corona
Die Dauer ist wichtiger als der Preis
Eine Zigarre lässt sich nicht sinnvoll zur Hälfte rauchen und später fortsetzen — kalt geworden verändert sie sich deutlich. Das erste Kriterium ist deshalb schlicht die Zeit, die zur Verfügung steht.
Formate mit einer dokumentierten Rauchdauer unter 45 Minuten — Petit Corona, Half Corona, kurze Robusto — sind für einen ersten Eindruck praktikabler als lange Vitolas. Sie zeigen den Charakter einer Mischung vollständig; sie zeigen ihn nur kürzer.
Ringmaß und Zugverhalten
Ein sehr schlankes Format unter Ringmaß 38 verlangt ein sehr diszipliniertes Zugtempo, weil die kleine Brennfläche schnell überhitzt. Ein sehr dickes ab Ringmaß 58 produziert viel Rauch und verlangt einen sauberen, gleichmäßigen Anbrand, der Übung braucht.
Dazwischen, bei Ringmaß 42 bis 50, ist die Toleranz gegenüber Anfängerfehlern am größten. Das ist auch der Bereich, in dem die meisten Standardformate liegen.
Was „mild“ tatsächlich bedeutet
Die Stärkeangabe beschreibt die Nikotinwirkung und die Intensität, nicht den Aromenreichtum. Eine milde Zigarre ist keine schwächere Zigarre, sondern eine, die weniger körperlich wirkt — und für einen ersten Versuch ist das der Unterschied zwischen einer Erfahrung und einem Kreislaufproblem.
Praktisch hilfreich: nicht auf leeren Magen rauchen und Wasser bereitstellen. Das ist keine Zeremonie, sondern die einfachste Vorbeugung gegen das, was Einsteiger am häufigsten berichten.
Was man außerdem braucht
Die Ausrüstung ist überschaubar, und sie kostet zusammen weniger als ein einzelnes teures Format.
- Einen Cutter — eine doppelklingige Guillotine mit ausreichender Öffnungsweite.
- Ein Butanfeuerzeug oder lange Holzstreichhölzer.
- Einen Aschenbecher mit breiter Auflage; Zigarrenaschenbecher haben tiefere Mulden als Zigarettenaschenbecher.
- Für die Aufbewahrung weniger Zigarren genügt zunächst eine luftdichte Box mit einem Zwei-Wege-Pack.
- Zeit — das ist die einzige Position, die sich nicht ersetzen lässt.
Häufige Fragen
Welche Zigarre eignet sich für Anfänger?
Ein Format mit einer Rauchdauer unter 45 Minuten, einem Ringmaß zwischen 42 und 50 und einer als mild oder medium ausgewiesenen Mischung. Petit Corona, Half Corona und kurze Robusto-Formate erfüllen das. Entscheidend ist, dass sich die Zigarre in einem Zug zu Ende rauchen lässt.
Wie lange raucht man als Anfänger an einer Zigarre?
So lange, wie das Format vorgibt — bei einer Petit Corona etwa 30 bis 40 Minuten. Das Zugtempo bleibt auch für Anfänger bei etwa einem Zug pro Minute; schneller zu ziehen ist der häufigste Grund dafür, dass eine erste Zigarre unangenehm wird.
Muss man als Anfänger einen Humidor kaufen?
Nein. Für wenige Zigarren und einen Zeitraum von Wochen genügt eine luftdicht schließende Kunststoffbox mit einem Zwei-Wege-Pack und einem kalibrierten Hygrometer. Ein Humidor lohnt sich, wenn regelmäßig ein größerer Bestand gehalten wird.
Wird einem von einer Zigarre schlecht?
Das kann passieren, wenn zu schnell gezogen, inhaliert oder auf leeren Magen geraucht wird — der Nikotingehalt einer Zigarre liegt deutlich über dem einer Zigarette. Langsames Zugtempo, kein Inhalieren und etwas gegessen zu haben verhindern es in den meisten Fällen. Tabakerzeugnisse sind gesundheitsschädlich.