Zwischen einer Zigarre für vier Euro und einer für vierzig liegen nachvollziehbare Kostenunterschiede — und ein Teil des Aufschlags, der sich nicht aus der Herstellung erklärt. Beides lässt sich auseinanderhalten.
Kurz gefasst
- Stärkster Treiber
- Format (Blattmenge)
- Reifezeit Einlage
- 1–5 Jahre, teils länger
- Tabaksteuer
- im Warenpreis enthalten
- Longfiller vs. Shortfiller
- Handarbeit vs. Maschine
Blattmenge und Format
Der offensichtlichste Faktor ist die Menge Tabak. Eine Double Corona mit 194 mm Länge bei Ringmaß 49 enthält ungefähr doppelt so viel Blattmaterial wie eine Petit Corona mit 129 mm bei Ringmaß 42 — und sie bindet entsprechend länger Handarbeit.
Deshalb ist innerhalb einer Serie fast immer das größte Format das teuerste, obwohl die Mischung identisch ist. Wer eine Marke kennenlernen will, kauft sinnvollerweise das kleinere Format derselben Linie.
Reifezeit
Tabak für Premiumzigarren wird nach der Fermentation eingelagert, häufig ein bis fünf Jahre, bei einzelnen Linien länger. Diese Zeit ist gebundenes Kapital und gebundener Lagerraum, und sie ist der Hauptgrund, warum zwei Zigarren aus derselben Fabrik mit demselben Deckblatt sehr unterschiedlich kosten können.
Handarbeit
Ein Longfiller mit ganzen Einlageblättern wird von Hand gerollt; ein erfahrener Torcedor schafft je nach Format 80 bis 150 Stück am Tag. Ein maschinell gefertigter Shortfiller entsteht in Sekunden.
Das ist kein Qualitätsurteil, sondern eine Kostenrechnung. Es erklärt zugleich, warum Zigarillos preislich in einer anderen Kategorie liegen: Sie sind ein anderes Produkt, nicht eine kleinere Version desselben.
Steuern und was im Preis enthalten ist
Tabakwaren unterliegen der Tabaksteuer, die im ausgewiesenen Warenpreis bereits enthalten und nicht gesondert ausgewiesen ist. Hinzu kommt die gesetzliche Umsatzsteuer. Alle im Shop genannten Preise gegenüber Verbrauchern sind Endpreise.
Ein erheblicher Teil der Preisunterschiede zwischen Ländern erklärt sich allein aus unterschiedlichen Tabaksteuersätzen — der Vergleich eines deutschen Preises mit einem Urlaubspreis vergleicht deshalb oft Steuersysteme statt Zigarren.
Was der Preis nicht sagt
Ein höherer Preis bedeutet mehr gebundene Zeit und meist knapperen Tabak. Er sagt nichts darüber, ob eine Zigarre der eigenen Vorliebe entspricht — und die Stärke- und Aromenangaben einer Zigarre für zehn Euro sind genauso belastbar wie die einer für fünfzig.
Wer systematisch vorgehen will, vergleicht innerhalb eines Formats. Bei gleicher Länge und gleichem Ringmaß bleiben Reifezeit, Herkunft und Aufbau als erklärende Faktoren übrig.
Häufige Fragen
Warum sind manche Zigarren so teuer?
Vier Faktoren erklären den größten Teil: die Menge und Herkunft des verarbeiteten Tabaks, die Reifezeit von oft ein bis fünf Jahren, der Anteil an Handarbeit beim Rollen und die Tabaksteuer. Das Format ist dabei der stärkste einzelne Treiber, weil es die Blattmenge bestimmt.
Ist eine teure Zigarre besser als eine günstige?
Der Preis beschreibt Herstellungsaufwand und Knappheit, nicht die Übereinstimmung mit der eigenen Vorliebe. Eine höherpreisige Zigarre enthält in der Regel länger gereiften Tabak und mehr Handarbeit; ob sie zusagt, hängt von Format, Stärke und Herkunft ab, die auf jeder Produktseite angegeben sind.
Ist die Tabaksteuer im Preis enthalten?
Ja. Die Tabaksteuer ist im ausgewiesenen Warenpreis enthalten und wird nicht gesondert ausgewiesen; die gesetzliche Umsatzsteuer ebenfalls. Alle gegenüber Verbrauchern genannten Preise sind Endpreise in Euro.