Alle drei Schnittarten lösen dieselbe Aufgabe — den Kopf öffnen, ohne die Konstruktion zu zerstören — und tun es mit unterschiedlichen Kompromissen zwischen Zugwiderstand, Kappenerhalt und Fehlertoleranz.
Kurz gefasst
- Guillotine
- alle Formate ab Ringmaß 40
- Punch
- ab Ringmaß 50, nicht für Figurados
- V-Cut
- schlanke bis mittlere Formate
- Schere
- alle Formate, mehr Übung nötig
Guillotine — der Standard
Eine oder zwei Klingen fahren quer über den Kopf. Doppelklingige Modelle schneiden von beiden Seiten gleichzeitig und quetschen dadurch weniger; einklingige verlangen mehr Sorgfalt bei der Führung.
Die Guillotine öffnet die größte Fläche und gibt damit den leichtesten Zug. Sie ist auch die einzige Schnittart, die bei Figurados uneingeschränkt funktioniert. Ihr Nachteil ist die geringste Fehlertoleranz: Wer zu tief ansetzt, merkt es erst, wenn es passiert ist.
Punch — der Bohrer
Ein zylindrisches Rundmesser sticht ein Loch von sieben bis neun Millimetern in den Kopf. Die Kappe bleibt vollständig erhalten, was das Deckblatt maximal stabil hält und die Zigarre gegen Aufwickeln sichert.
Der Zug ist merklich fester als bei der Guillotine, weil die Öffnung kleiner ist. Bei Ringmaßen unter 50 wird das schnell zu eng, und bei spitz zulaufenden Formaten gibt es keine ebene Fläche, in die sich sauber bohren lässt.
V-Cut — der Keil
Eine V-förmige Klinge schneidet eine Kerbe in den Kopf statt eine Scheibe abzunehmen. Die Kerbe hat bei gleicher Öffnungsweite mehr Querschnittsfläche als ein rundes Loch, sodass der Zug leichter bleibt als beim Punch, während die Kappe rundum erhalten bleibt.
Der V-Cut ist besonders bei schlanken Formaten im Vorteil, wo ein Punch zu wenig öffnet und eine Guillotine anteilig viel Kappe entfernt. Bei sehr großen Ringmaßen erreicht die Kerbe die Mitte nicht mehr, und der Zug bleibt einseitig.
Worauf es beim Kauf ankommt
Die Klingenschärfe entscheidet mehr als die Bauform. Ein stumpfer Cutter jeder Art quetscht, und ein gequetschter Kopf franst unabhängig vom Prinzip. Rostfreier Stahl mit sauber geschliffener Fase ist das Mindestmaß; Klingen aus gehärtetem Stahl halten die Schärfe länger.
Die zweite Größe ist die Öffnungsweite: Sie muss zum größten Ringmaß im eigenen Bestand passen. Ein Cutter mit 54 Ringmaß Öffnung ist bei einer Gordo mit Ringmaß 60 unbrauchbar.
- Öffnungsweite prüfen — sie ist meist in Ringmaß angegeben.
- Doppelklingig vor einklingig, wenn die Bauform es zulässt.
- Klinge sauber halten; Tabakreste und Öle stumpfen sie ab.
- Nicht in der Hosentasche transportieren, wo sich die Klingen öffnen können.
Häufige Fragen
Welcher Zigarrenschneider ist für Anfänger geeignet?
Eine doppelklingige Guillotine mit ausreichender Öffnungsweite. Sie funktioniert bei allen Formaten einschließlich Figurados, öffnet zuverlässig weit genug und ist die Schnittart, für die es die meisten nachvollziehbaren Anleitungen gibt.
Was ist der Unterschied zwischen V-Cut und Guillotine?
Die Guillotine nimmt eine Scheibe vom Kopf ab und öffnet die volle Querschnittsfläche. Der V-Cut schneidet eine keilförmige Kerbe, lässt die Kappe rundum stehen und stabilisiert damit das Deckblatt, öffnet aber weniger weit.
Für welche Zigarren eignet sich ein Punch nicht?
Für Formate unter Ringmaß 50, weil die Öffnung dann im Verhältnis zu klein wird und der Zug zu fest bleibt, sowie für alle Figurados — Belicoso, Torpedo, Pirámide —, weil der spitz zulaufende Kopf keine ebene Fläche zum Bohren bietet.