Der Zugwiderstand ist das, was eine gut gerollte Zigarre von einer schlecht gerollten unterscheidet — und er ist zugleich der Parameter, den die Lagerung am stärksten verändert. Bevor man der Zigarre die Schuld gibt, lohnt der Blick auf das Hygrometer.
Kurz gefasst
- Zu schwer — Feuchte
- über 74 % Lagerfeuchte
- Zu leicht — Feuchte
- unter 64 % Lagerfeuchte
- Werkzeug
- Zigarrenbohrer oder Draht ca. 2 mm
- Trockenzeit zur Korrektur
- 1–3 Tage bei 65 %
Zu schwer: die Feuchte zuerst prüfen
Oberhalb von etwa 74 Prozent Lagerfeuchte quillt die Einlage, und der Kanal verengt sich. Das ist die mit Abstand häufigste Ursache und die einzige, die sich vollständig beheben lässt: Die Zigarre wird für ein bis drei Tage bei etwa 65 Prozent gelagert und zieht danach deutlich freier.
Der Test ist einfach — man zieht an der unangezündeten Zigarre. Kommt kaum Luft, liegt es fast nie am Anschnitt allein.
Zu schwer: Anschnitt und Rollfehler
Ein zu knapper Anschnitt lässt sich nachbessern: einfach etwas mehr abnehmen, ein bis zwei Millimeter. Das ist der Vorteil der Reihenfolge „erst wenig, dann mehr“.
Bleibt der Zug fest, liegt meist ein verdichtetes Einlageblatt vor. Ein Zigarrenbohrer — oder behelfsweise ein Draht von etwa zwei Millimetern Durchmesser — wird vorsichtig vom Kopf her eingeführt und wieder herausgezogen. Das lockert den Kanal, ohne die Zigarre zu zerstören. Vorsichtig heißt: drehend, nicht stoßend, und nicht weiter als bis etwa zur Hälfte.
Zu leicht
Ein zu leichter Zug bedeutet, dass zu viel Luft durch die Einlage strömt. Die Zigarre brennt dann schnell und heiß ab, und der Rauch wird scharf. Die Ursache ist meist zu trockene Lagerung, seltener eine zu locker gerollte Einlage.
Anders als beim zu schweren Zug gibt es hier kein Werkzeug. Was hilft, ist langsames Rehydrieren über Wochen bei steigender Feuchte und, für den Moment, ein deutlich langsameres Zugtempo. Eine bereits ausgetrocknete Zigarre erreicht ihren ursprünglichen Zustand allerdings nicht mehr vollständig.
Wie sich ein guter Zug anfühlt
Als Richtwert gilt der Vergleich mit einem Trinkhalm in einem Glas Wasser: spürbarer, gleichmäßiger Widerstand, aber ohne Anstrengung. Ist es wie Trinken durch einen sehr dünnen Halm, ist es zu fest; kommt die Luft wie durch ein offenes Rohr, ist es zu locker.
Häufige Fragen
Was tun, wenn eine Zigarre zu schwer zieht?
Zuerst die Lagerfeuchte prüfen: über 74 Prozent quillt die Einlage und verengt den Kanal. Ein bis drei Tage bei 65 Prozent beheben das. Bleibt der Zug fest, kann etwas mehr vom Kopf abgeschnitten oder der Kanal mit einem Zigarrenbohrer vorsichtig gelockert werden.
Warum brennt meine Zigarre so schnell ab?
Meist weil sie zu trocken gelagert wurde: Unterhalb von etwa 64 Prozent strömt zu viel Luft durch die Einlage, die Zigarre brennt schnell und heiß und der Rauch wird scharf. Ein langsameres Zugtempo mildert das, beheben lässt sich der Zustand nur durch langsames Rehydrieren über Wochen.
Wie stark soll der Zugwiderstand einer Zigarre sein?
Vergleichbar mit dem Trinken durch einen normalen Trinkhalm: spürbarer, gleichmäßiger Widerstand ohne Anstrengung. Deutlich mehr Widerstand deutet auf zu hohe Feuchte oder einen Rollfehler, deutlich weniger auf zu trockene Lagerung.