Die Frage nach analog oder digital wird häufiger gestellt als die wichtigere: Wann wurde das Gerät zuletzt geprüft?
Kurz gefasst
- Digital, Genauigkeit
- meist ±1–2 Prozentpunkte
- Analog, Genauigkeit
- oft ±5 Prozentpunkte oder mehr
- Kalibrierung
- Salztest, 75 % Referenz
- Prüfintervall
- alle 6–12 Monate
- Batterie digital
- jährlich wechseln
Wie die beiden Bauarten messen
Analoge Hygrometer arbeiten meist mit einem Haarhygrometer oder einer Metallspirale, die sich mit der Feuchte längt und einen Zeiger bewegt. Das Prinzip ist robust und braucht keinen Strom, driftet aber über Monate.
Digitale Geräte messen kapazitiv: Ein Polymer verändert seine elektrische Kapazität mit der Luftfeuchte. Das ist deutlich genauer und wird zudem mit einer Nachkommastelle angezeigt — was allerdings eine Präzision vortäuscht, die nur bei kalibriertem Gerät vorhanden ist.
Warum Kalibrierung wichtiger ist als Bauart
Ein neues Hygrometer ist nicht automatisch richtig eingestellt. Abweichungen von fünf und mehr Prozentpunkten sind bei günstigen Geräten üblich, und eine Abweichung nach unten ist die gefährliche Richtung: Sie führt dazu, dass nachbefeuchtet wird, bis der Humidor tatsächlich über fünfundsiebzig Prozent liegt — dem Bereich, in dem Schimmel möglich wird.
Der Salztest mit gesättigter Kochsalzlösung liefert eine Referenz von fünfundsiebzig Prozent und kostet außer Wartezeit nichts. Er gehört vor die erste Inbetriebnahme und danach ein- bis zweimal im Jahr wiederholt.
Praktische Auswahl
Für die meisten Anwendungen ist ein digitales Gerät die sinnvollere Wahl, aber es gibt Argumente für beides.
- Digital: genauer, kalibrierbar, oft mit Min-Max-Speicher und Temperaturanzeige.
- Analog: wartungsfrei, keine Batterie, passt optisch zu klassischen Humidoren.
- Zwei Geräte an unterschiedlichen Stellen zeigen, ob der Humidor gleichmäßig ist.
- Batterie digitaler Geräte jährlich wechseln — eine schwache Batterie verfälscht die Anzeige.
- Ein Gerät mit Temperaturanzeige ist vorzuziehen, weil die Temperaturgrenze ohnehin überwacht werden muss.
Zwei Geräte sind besser als eines
Ein einzelnes Hygrometer misst genau eine Stelle im Humidor. Ein zweites am gegenüberliegenden Ende zeigt, ob die Feuchte gleichmäßig verteilt ist — und ein Unterschied von mehr als drei bis vier Prozentpunkten ist ein Hinweis darauf, dass umgeschichtet oder der Befeuchter versetzt werden sollte.
Häufige Fragen
Ist ein digitales Hygrometer besser als ein analoges?
In der Messgenauigkeit ja, üblicherweise ein bis zwei Prozentpunkte gegenüber fünf oder mehr. Entscheidend bleibt aber bei beiden Bauarten, dass das Gerät kalibriert wurde.
Wie oft muss ein Hygrometer kalibriert werden?
Vor der ersten Inbetriebnahme und danach etwa alle sechs bis zwölf Monate. Der Salztest mit gesättigter Kochsalzlösung liefert dafür eine verlässliche Referenz von fünfundsiebzig Prozent.
Warum zeigen zwei Hygrometer im selben Humidor verschiedene Werte?
Weil beide unterschiedliche Stellen messen und die Feuchte im Humidor nicht überall gleich ist. Unterschiede von mehr als drei bis vier Prozentpunkten sprechen für schlechte Zirkulation oder einen ungünstig platzierten Befeuchter.