Der Kaltzug kostet fünf Sekunden und ist die einzige Kontrolle, aus der sich noch eine Handlung ableiten lässt. Nach dem Anzünden ist jede Diagnose nur noch eine Feststellung.
Kurz gefasst
- Zeitpunkt
- nach dem Anschnitt, vor dem Anzünden
- Anzahl Züge
- 2–3 genügen
- Richtiger Widerstand
- wie ein Strohhalm in dickflüssigem Getränk
- Zu fest
- Zugnadel oder tieferer Schnitt
Was geprüft wird
Der Widerstand ist der wichtigere der beiden Punkte. Als Vergleich hat sich das Trinken durch einen Strohhalm eingebürgert: Ein Milchshake ist zu fest, Wasser zu leicht, ein Fruchtsaft ungefähr richtig.
Der zweite Punkt sind die Grundaromen. Der kalte Tabak gibt Heu, Rosinen, Kakao oder Erde ab, und diese Noten tauchen später im Rauch häufig wieder auf. Das ist kein verlässlicher Vorhersagewert, aber ein guter Einstieg ins Verkosten.
Was man tun kann, wenn er zu fest ist
Ein zu fester Kaltzug ist der häufigste behebbare Fehler, und alle Abhilfen funktionieren nur, solange die Zigarre kalt ist.
- Einen Millimeter mehr abschneiden — oft reicht das schon.
- Die Zigarre der Länge nach sanft zwischen den Fingern rollen, um Verdichtungen zu lösen.
- Eine Zugnadel vorsichtig mittig einführen, nicht mehrfach und nicht schräg.
- War sie zu feucht gelagert, hilft während des Rauchens nichts mehr — dann für die nächste zwei Wochen trockener lagern.
Wenn er zu leicht ist
Ein zu leichter Kaltzug lässt sich nicht korrigieren, und er bedeutet in der Regel, dass der Strang zu locker gerollt ist. Die Zigarre wird schnell und heiß brennen; wer sie trotzdem raucht, zieht bewusst langsamer und rechnet mit einer kürzeren Rauchdauer.
Wie viel man daraus lesen sollte
Zwei bis drei Züge reichen. Wer zehnmal kalt zieht, feuchtet den Kopf mit Speichel an, und ein durchfeuchteter Kopf zieht danach schwerer und schmeckt in den ersten Minuten flach — der Test verursacht dann genau das Problem, nach dem er sucht.
Häufige Fragen
Was ist ein Kaltzug?
Ein Probezug an der bereits angeschnittenen, aber noch nicht angezündeten Zigarre. Er zeigt den Zugwiderstand und gibt einen ersten Eindruck der Grundaromen des Tabaks.
Wie fühlt sich der richtige Zugwiderstand an?
Etwa wie das Trinken eines Fruchtsafts durch einen Strohhalm: spürbarer Widerstand, aber ohne Anstrengung. Fühlt es sich an wie ein Milchshake, ist die Zigarre zu fest gerollt oder zu feucht.
Kann man einen zu festen Zug noch beheben?
Vor dem Anzünden ja — durch einen etwas tieferen Schnitt, sanftes Rollen zwischen den Fingern oder eine Zugnadel. Nach dem Anzünden lässt sich der Widerstand praktisch nicht mehr verbessern.