Die erste Frage nach der ersten Zigarre ist fast immer eine Mengenfrage — und die naheliegende Antwort, eine Kiste zu kaufen, ist die einzige, die sich später schwer korrigieren lässt.
Kurz gefasst
- Empfehlung Einstieg
- 5–10 einzelne Zigarren
- Verschiedene Herkünfte
- mindestens 3
- Aufbewahrung
- Behälter mit Zwei-Wege-Pack genügt
- Humidor sinnvoll ab
- etwa 20–25 Zigarren Bestand
Warum keine Kiste
Eine Kiste enthält fünfundzwanzig Mal dieselbe Zigarre. Wer noch nicht weiß, ob er milde dominikanische oder kräftige nicaraguanische Blends bevorzugt, hat damit fünfundzwanzig Mal eine Antwort auf eine Frage gekauft, die er noch gar nicht gestellt hat.
Hinzu kommt der praktische Punkt: Eine Kiste braucht Lagerung, und Lagerung braucht einen eingefahrenen Humidor. Beides gleichzeitig neu zu lernen ist der übliche Weg zu ausgetrockneten oder verschimmelten ersten Zigarren.
Wie man die ersten fünf zusammenstellt
Ziel ist nicht, die angenehmste Zigarre zu finden, sondern den eigenen Bereich einzugrenzen. Dafür braucht es Unterschiede, nicht Ähnlichkeiten.
- Eine milde dominikanische mit hellem Deckblatt.
- Eine mittelkräftige kubanische Corona.
- Eine kräftige nicaraguanische Robusto.
- Eine honduranische oder mexikanische als Kontrast im Deckblatt.
- Ein kurzes Format unter dreißig Minuten für den Alltag.
- Zu jeder eine Notiz — ohne Notizen ist der Vergleich nach vier Wochen verloren.
Aufbewahrung für die ersten Wochen
Fünf bis zehn Zigarren brauchen keinen Humidor. Ein luftdicht schließender Behälter mit einem Zwei-Wege-Pack bei neunundsechzig Prozent hält sie über Monate stabil und kostet einen Bruchteil.
Ein Humidor lohnt sich ab etwa zwanzig bis fünfundzwanzig Zigarren Dauerbestand — und dann gern gleich einer, der das Doppelte fasst.
Das Tempo
Eine Zigarre pro Woche ist ein realistischer Rhythmus für den Anfang. Wer fünf Zigarren an einem Wochenende raucht, vergleicht nicht, sondern gewöhnt sich — und die Unterschiede, um die es geht, verschwimmen dabei.
Häufige Fragen
Braucht man als Einsteiger sofort einen Humidor?
Nein. Bis etwa zwanzig Zigarren reicht ein luftdichter Behälter mit einem Zwei-Wege-Befeuchter vollkommen aus und hält die Feuchte sogar konstanter als ein schlecht eingefahrener Humidor.
Lohnt sich ein Sampler für den Anfang?
Ja, ein Sampler ist genau dafür gedacht: Er stellt mehrere Herkünfte und Stärken nebeneinander, sodass man den eigenen Bereich eingrenzen kann, ohne sich auf eine Marke festzulegen.
Sollte man mit milden Zigarren anfangen?
Es ist der übliche Weg, weil eine kräftige Zigarre am Anfang leicht überfordert. Wichtiger als die Stärke ist allerdings das Format: Ein kurzes Format verzeiht Fehler beim Tempo deutlich mehr als eine lange Churchill.