Dass eine Zigarre zwischendurch ausgeht, ist kein Fehler und passiert auch erfahrenen Rauchern. Ob sich das Wiederanzünden lohnt, hängt fast nur an der verstrichenen Zeit.
Kurz gefasst
- Unproblematisch
- bis ca. 2 Stunden
- Grenzwertig
- 2–6 Stunden
- Nicht mehr sinnvoll
- ab etwa 12 Stunden
- Erster Schritt
- kalte Asche vollständig abstreifen
Warum die Zeit entscheidet
Solange die Zigarre noch warm ist, sind die kondensierten Öle im Strang flüssig und verteilen sich beim erneuten Anzünden wieder. Kühlt sie vollständig aus, setzen sich diese Rückstände fest und werden beim nächsten Zug als bitter und muffig wahrgenommen.
Ein bis zwei Stunden sind unkritisch. Über Nacht liegen gelassen wird aus einer guten Zigarre selten wieder eine gute.
Die Reihenfolge
Der entscheidende Schritt ist der erste, und er wird am häufigsten übersprungen: Die kalte Asche muss vollständig weg, sonst zündet man verbrannte Rückstände statt frischen Tabak.
- Kalte Asche vollständig abstreifen, bis sauberer Tabak sichtbar ist.
- Den Fuß ohne zu ziehen kurz mit Abstand nachrösten, bis er rundum glüht.
- Erst dann den ersten Zug nehmen, und diesen bewusst langsam.
- Die ersten zwei bis drei Züge schmecken kräftiger als zuvor — das gibt sich.
- Läuft der Abbrand schief, jetzt korrigieren; später wird er nicht mehr gerade.
Ausblasen vor dem Anzünden
Ein leichtes Durchblasen durch die Zigarre vor dem Wiederanzünden entfernt abgestandenen Rauch aus dem Strang. Das ist der eine Fall, in dem Blasen statt Ziehen sinnvoll ist, und es macht die ersten Züge spürbar sauberer.
Wann man es lieber lässt
Wenn die Zigarre über Nacht lag, wenn sie ausgedrückt statt abgelegt wurde oder wenn sie bereits im letzten Drittel war, ist der Aufwand selten belohnt. Eine halb gerauchte Zigarre wegzulegen ist kein Verlust, den man durch eine bittere zweite Hälfte ausgleichen müsste.
Häufige Fragen
Kann man eine Zigarre am nächsten Tag weiterrauchen?
Technisch ja, geschmacklich meist nicht. Nach etwa zwölf Stunden ist das Kondensat im Strang vollständig erkaltet, und der Rauch bleibt auch nach mehreren Zügen bitter.
Warum schmeckt die Zigarre nach dem Wiederanzünden anders?
Die ersten Züge sind kräftiger und rauchiger, weil verbrannte Rückstände am Fuß mit verbrennen. Nach zwei bis drei Zügen normalisiert sich das, sofern die kalte Asche vorher vollständig abgestreift wurde.
Ist häufiges Ausgehen ein Zeichen für einen Fehler?
Meist ist die Zigarre zu feucht oder das Zugtempo zu langsam. Bei über fünfundsiebzig Prozent Lagerfeuchte geht eine Zigarre regelmäßig aus, und dann hilft nur, sie einige Wochen trockener zu lagern.